ADA Möbelwerke mit 30 Millionen Euro Schulden unter Gläubigerschutz

24.03.2026


Die steirische Möbelgruppe ADA hat beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt und reagiert damit auf eine rapide Verschlechterung der Geschäftslage. Die ADA Möbelwerke Holding AG und die ADA Möbelfabrik GmbH, ein Traditionsunternehmen mit fast hundertjähriger Geschichte, kommen nach einem massiven Nachfrageeinbruch und strukturellem Druck im europäischen Möbelmarkt auf eine Bankschuldenlast von rund 30 Millionen Euro. Betroffen sind vor allem große und institutionelle Gläubiger.

ADA mit Hauptsitz in der Oststeiermark betreibt Büro- und Produktionsstandorte in Raaba und Anger sowie Werke in Ungarn und Rumänien. In Österreich sind etwa 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Sanierung betroffen. Der Jahresumsatz der Gruppe lag zuletzt bei rund 110 Millionen Euro. Trotz des Verfahrensantrags will das Unternehmen den Betrieb fortführen – allerdings in deutlich reduzierter Form. Ziel ist es, zentrale beziehungsweise wesentliche Teile der Gruppe zu erhalten.

Als Hauptursache für die Entwicklung nennt ADA eine negative Marktentwicklung und einen Strukturwandel, der die gesamte europäische Möbelbranche erfasst habe. Dazu zählen laut Unternehmen eine anhaltende Konsumzurückhaltung, der beschleunigte Rückgang des stationären Möbelhandels und ein massiver Konsolidierungsdruck im Markt. Seit dem Jahreswechsel verzeichnete ADA einen Bestelleingang, der im Schnitt um rund 20 Prozent unter den Erwartungen lag; die drastisch einbrechende Nachfrage im ersten Quartal 2026 habe die Ertragslage zusätzlich belastet.

In den vergangenen drei Jahren hatte ADA bereits Kostenoptimierungen, Produktionsanpassungen und strategische Neuausrichtungen umgesetzt, um die Gruppe zukunftsfähig zu machen. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um den kumulierten Belastungen zu begegnen. Im Rahmen des nun eingeleiteten Sanierungsverfahrens führt das Unternehmen nach eigenen Angaben parallel Gespräche mit strategischen Investoren. Die angestrebte Fortführung in verkleinerter Struktur soll den Fortbestand des Kerngeschäfts sichern und gleichzeitig eine geordnete Bereinigung der Verbindlichkeiten ermöglichen.

Adlershof: Schaden in Millionenhöhe, doch kaum Unternehmen wollen Berlin verlassen

24.03.2026


Der Stromausfall im Berliner Technologiepark Adlershof infolge eines Brandanschlags im Südosten der Stadt hat bei den dort ansässigen Unternehmen Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, bremst das Wachstum des Standorts aber nur begrenzt. Der Betreiber des Parks, Wista, schätzt die wirtschaftlichen Einbußen auf insgesamt 30 bis 70 Millionen Euro. Genaue Angaben seien nicht möglich, da die Auswirkungen je nach Unternehmensgröße und -profil stark voneinander abweichen, sagte Wista-Chef Roland Sillmann.

Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Anschlag auf einen Strommast, der den Südosten Berlins über mehrere Tage weitgehend lahmlegte. Ein Bekennerschreiben, das auf der linksextremen Internetseite "Indymedia" veröffentlicht und von der Polizei als authentisch eingestuft wurde, richtete sich demnach gezielt gegen die Technologiefirmen in Adlershof. In dem Wissenschafts- und Wirtschaftscluster sind mehr als 1.300 Unternehmen ansässig, darunter zahlreiche Start-ups und wissenschaftliche Institute.

Trotz der Schäden reagierten die meisten Firmen nach Angaben des Betreibers nicht mit Abwanderungsplänen, sondern mit erhöhter Bereitschaft, in Krisenvorsorge zu investieren. "Wir sehen eher eine Trotzreaktion: Jetzt erst recht", sagte Sillmann. Ein Großteil der Betriebe habe damit begonnen, Schadensanalysen und Notfallpläne zu erarbeiten oder bestehende Konzepte grundsätzlich zu überarbeiten. Im Fokus stehen unter anderem zusätzliche Notstromaggregate, Stromspeicher und Möglichkeiten zur Eigenversorgung, etwa über Solaranlagen auf den Firmendächern.

Der Vorfall hat zugleich eine Debatte über die Versorgungssicherheit an dem Hightech-Standort angestoßen. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) erklärte, der Berliner Senat arbeite gemeinsam mit dem Netzbetreiber Stromnetz Berlin daran, redundante Sicherheitssysteme in Adlershof zu stärken. Ziel sei es, die technischen Infrastrukturen robuster gegen Störungen und gezielte Angriffe zu machen. Trotz der Belastungen blieb die wirtschaftliche Entwicklung des Parks robust: Die Unternehmen in Adlershof erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz, rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nach Einschätzung von Wista wäre das Wachstum ohne den Stromausfall um etwa zwei Prozentpunkte höher ausgefallen.