
Der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat trotz der aktuellen Konjunkturflaute seine Wachstumsziele nach oben korrigiert. Das im Dax notierte Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatzanstieg von 1,4 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg sogar um 7,5 Prozent auf rund 0,4 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung wird vor allem durch die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Technologien angetrieben, die weniger Energie und Wasser verbrauchen und gleichzeitig das Abfallaufkommen reduzieren.
Gea profitiert von vollen Auftragsbüchern und konnte im vergangenen Jahr den größten Auftrag seiner Unternehmensgeschichte verbuchen. In Algerien baut das Unternehmen eine große Milchfarm, was die Bedeutung des internationalen Geschäfts unterstreicht. Das Unternehmen stellt unter anderem Melkroboter her, die in der modernen Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Konzernchef Stefan Klebert betonte, dass das Jahr 2025 sehr erfolgreich für Gea war und dass das Unternehmen wesentliche Klimaziele vorzeitig erreicht hat.
Die starke Position des Konzerns in den Bereichen Lebensmittel und Pharma bedient Grundbedürfnisse, die auch in Krisenzeiten nachgefragt werden. Zudem profitiert Gea von einer globalen Diversifikation, der hohen operativen Effizienz und dem Strategieprogramm "Mission 30". Mit Blick auf internationale Konflikte hat sich Vorstandschef Stefan Klebert zuversichtlich zur Widerstandsfähigkeit der Gea Group geäußert und sieht keine direkten Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.
Die Aktionäre können sich über eine um 15 Cent höhere Dividende von 1,30 Euro je Aktie freuen. Die Gesamtbelegschaft lag zum Jahreswechsel weltweit bei rund 19.500 Vollzeitstellen, das waren etwa 400 mehr als ein Jahr zuvor. Einige Tausend davon sind in Nordrhein-Westfalen angesiedelt, wo das Unternehmen in Oelde Zentrifugen für die Bierproduktion, in Bönen Agrartechnik-Anlagen und in Hürth bei Köln Gefriertrockner fertigt. Die Verwaltungszentrale befindet sich in Düsseldorf.
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe geht mit einer großangelegten Razzia gegen ein mutmaßlich europaweit agierendes rechtsextremes Verlagsnetzwerk vor. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verlag „Der Schelm“, der seit Jahren antisemitische Schriften, Nachdrucke aus der Zeit des Nationalsozialismus sowie rassistische und den Holocaust leugnende Veröffentlichungen über einen Onlineversand vertreibt. Die Durchsuchungen begannen am Mittwochmorgen zeitgleich in mehreren Bundesländern sowie im Ausland und richten sich gegen insgesamt acht Beschuldigte.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden sechs Männern und zwei Frauen deutscher Herkunft vorgeworfen, zwischen 2022 und 2024 in mindestens 488 Fällen gemeinschaftlich volksverhetzende Druckwerke hergestellt, verbreitet, geliefert und gelagert zu haben. Zu den Beschuldigten zählen unter anderem zwei Druckereibesitzer, ein Grafiker, ein IT-Spezialist und der Inhaber eines Business-Centers. Ein Druckereibesitzer soll Beihilfe geleistet haben. Hauptbeschuldigter ist der aus Leipzig stammende Verlagsinhaber Adrian P., der seit Jahren im Ausland lebt und laut früheren Angaben bereits einmal einer Auslieferung entgangen sein soll.
Bundesweit rückte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte aus. Durchsucht wurden Wohnungen und Geschäftsräume in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, darunter nach rbb-Informationen Standorte in Leipzig, Pforzheim, Neuenbürg, Bottrop, Schönwald und Wertheim. Parallel dazu koordinierten die Karlsruher Ermittler Maßnahmen im Ausland: In Polen wurde eine Druckerei überprüft, in Spanien nahmen sich Beamte eine Lagerhalle sowie weitere Privat- und Firmenräume vor.
Die Einsatzkräfte stellten umfangreiche Beweismittel sicher, darunter gedruckte Schriften, Bestelllisten, Propagandamaterial, NS-Devotionalien sowie Computer und Datenträger. Der Verlag „Der Schelm“ bietet nach übereinstimmenden Recherchen seit mindestens einem Jahrzehnt rund 100 Nachdrucke antisemitischer Bücher und Schriften aus der NS-Zeit sowie weitere in Deutschland verbotene Titel an. Ermittler sehen in den aktuellen Maßnahmen einen weiteren Schritt, die Vertriebsstrukturen des Netzwerks zu zerschlagen und die Verantwortung der mutmaßlichen Betreiber strafrechtlich aufzuarbeiten.