Bundesarztregister: Große Unterschiede in der regionalen Versorgung mit Ärzten

12.03.2026


Hamburg bleibt nach aktuellen Daten des Bundesarztregisters eine der am besten versorgten Regionen Deutschlands: Auf 100.000 Einwohner kommen in der Hansestadt 315 Ärztinnen und Ärzte inklusive Psychotherapeuten – der bundesweit höchste Wert. Betrachtet man nur die Hausarztversorgung, liegt Hamburg mit 73,4 Hausärztinnen und Hausärzten je 100.000 Einwohner auf Rang zwei hinter Mecklenburg-Vorpommern (76,8). Auch der Frauenanteil ist hoch: 58,9 Prozent aller Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten sind weiblich, bei den Hausärzten sind es 58,3 Prozent. Gleichzeitig ist die Altersstruktur ein Risiko: Rund 15 Prozent der Hamburger Mediziner, bei den Hausärzten 15,2 Prozent, sind älter als 65 Jahre und könnten ihre Praxen in absehbarer Zeit abgeben.

Schleswig-Holstein liegt im Ländervergleich deutlich hinter Hamburg, aber im oberen Mittelfeld. Dort kommen 70,3 Hausärztinnen und Hausärzte auf 100.000 Einwohner, bundesweit Platz sechs. Bei allen Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeuten zusammen erreicht das nördlichste Flächenland einen Wert von 218 pro 100.000 Einwohner, deutlich weniger als Hamburg, aber nahe an Mecklenburg-Vorpommern mit 223. In Schleswig-Holstein ist gut die Hälfte der Hausärzte weiblich (52,0 Prozent). 12,7 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte sind älter als 65 Jahre, über alle Fachrichtungen hinweg sind es 11,3 Prozent.

Sachsen verzeichnet ebenfalls eine steigende Ärztedichte, wenn auch auf niedrigerem Niveau als Hamburg. Ende des vergangenen Jahres kamen im Freistaat knapp 229 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner, nach zuvor knapp 223. Auffällig ist die vergleichsweise junge Ärzteschaft: Nur 8,7 Prozent der Mediziner und Psychotherapeuten sind älter als 65 Jahre – gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern der niedrigste Anteil bundesweit. Beim Frauenanteil liegt Sachsen im Spitzenfeld; mit 58,9 Prozent Ärztinnen rangiert das Land direkt hinter Berlin und Hamburg.

Bundesweit setzt sich der Ausbau der vertragsärztlichen Versorgung fort. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung waren Ende des vergangenen Jahres 191.875 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter tätig – 2.324 mehr als ein Jahr zuvor, ein Plus von 1,2 Prozent. Das Wachstum fällt in der ärztlichen Versorgung mit 0,7 Prozent geringer aus als in der Psychotherapie, wo ein Zuwachs von 3,7 Prozent verzeichnet wurde. Parallel dazu nimmt die Teilzeitbeschäftigung zu: Der Anteil lag zuletzt bei 40 Prozent. Während Regionen wie Hamburg aktuell von einer sehr hohen Arztdichte profitieren, deuten der wachsende Anteil älterer Mediziner und die verbreitete Teilzeit darauf hin, dass die formalen Kopfzahlen künftig stärker gegen die tatsächlich verfügbare Arbeitszeit gerechnet werden müssen.

Starkes Jahr 2025 für Zalando: zweistelliges Wachstum, Kostenschnitte in der Logistik

13.03.2026


Zalando hat 2025 kräftig zugelegt und seine eigenen Ziele am oberen Ende der Spannen erreicht. Der Umsatz des im DAX notierten Online-Modehändlers stieg um 16,8 Prozent auf 12,35 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Markterwartungen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) kletterte um 14,7 Prozent auf 17,56 Milliarden Euro. Rückenwind bekam das Geschäft vor allem durch die Übernahme des Konkurrenten About You sowie den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz in Vertrieb und Plattformsteuerung.

Operativ verbesserte sich Zalando ebenfalls: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 591 Millionen Euro nach 511 Millionen Euro im Vorjahr, die Marge blieb mit 4,8 Prozent stabil und leicht über den Analystenprognosen. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch auf 213 Millionen Euro von zuvor 251 Millionen Euro und verfehlte damit die Erwartungen. Für das laufende Jahr stellt das Management ein weiteres Wachstum von 12 bis 17 Prozent bei GMV und Umsatz in Aussicht; das bereinigte EBIT soll auf 660 bis 740 Millionen Euro steigen. Die mittelfristigen Ziele bis 2028 – jährliche Zuwächse von 8 bis 13 Prozent bei Umsatz und GMV sowie eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent – wurden bestätigt, die angepeilten jährlichen Synergien aus der About-You-Übernahme von 100 Millionen Euro sollen bereits 2028 und damit ein Jahr früher erreicht sein.

An der Börse sorgte vor allem die Kapitalmarktpolitik für Auftrieb. Der Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 300 Millionen Euro an, das bis Ende Juli laufen soll. Die Aktie legte im Tagesverlauf zweistellig zu und notierte zeitweise rund elf Prozent höher bei 22,35 Euro. Damit reagierte der Markt positiv auf die Kombination aus besser als erwarteten operativen Kennzahlen, bestätigtem Wachstumskurs und der Ankündigung, überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückzuführen – obwohl die Zalando-Papiere seit Jahresbeginn deutlich im Minus liegen und in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel an Wert verloren haben. Analysten hoben neben dem Rückkauf insbesondere die Rolle von KI und das Konzept des sogenannten Agentic Commerce als nächste Entwicklungsstufe des Onlinehandels hervor.

Überschattet werden die guten Zahlen von strukturellen Einschnitten im Logistiknetz. Im Zuge der Integration von About You will Zalando vier Logistikzentren in Europa schließen, darunter den Standort Erfurt mit rund 2.700 Beschäftigten. Co-Chef David Schröter sprach von einer der schwersten, zugleich aber notwendigen Entscheidungen, um die Kapazitäten an den künftigen Wachstumsbedarf anzupassen. Das Unternehmen verhandelt nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan, bietet Versetzungen an andere Standorte an und arbeitet mit der örtlichen Arbeitsagentur zusammen. Weitere Maßnahmen über die bereits angekündigten Schließungen hinaus soll es dem Management zufolge nicht geben; aus der Thüringer Landespolitik kommt dennoch Kritik an der Entscheidung.