Elvis, a-ha und Take That: Dick Brave mixt Epochen im Wizemann

04.05.2026


Zwölf Jahre Bühnenabstinenz und dann ein Neustart im Rockabilly-Tempo: Dick Brave, die Kunstfigur des deutschen Popsängers Sasha, ist nach langer Auszeit nach Stuttgart zurückgekehrt. Im Wizemann eröffnet er den Abend mit „Back for Good“ von Take That – ein programmatischer Einstieg, der das versprochene Comeback bereits im Titel trägt. Brave, der seine Rock’n’Roll-Persona Anfang der 2000er-Jahre etablierte, setzt damit an die Zeitreisen an, mit denen er seit 2002 das deutsche Publikum bedient: bekannte Pop- und Rocksongs werden konsequent auf einen Retro-Sound ausgerichtet.

Musikalisch trägt ihn dabei eine eingespielte Formation: The Backbeats. Ein Kontrabassist, der nur kurz zum E‑Bass wechselt, ein Pianist mit hoher Anschlagsdichte, knallige Gitarren und ein Schlagzeuger, der den geradlinigen Beat betont, formen das Fundament. Das Repertoire reicht von Originalen der 1950er- und 1960er-Jahre bis zu aktuellen Popsongs, die Brave im Rockabilly-Stil neu zeichnet. Dabei versteht er sich laut Auftrittsbeschreibung gleichermaßen auf historisches Material wie auf moderne Charttitel, denen er ein „knapp geschneidertes Rockabilly-Hemd“ überstreift.

Konkrete Beispiele dieser Transformation liefert das Set im Wizemann reichlich. „Take On Me“ von a‑ha beginnt er in einer langsamen, rhythmischen Doo-Wop-Version, verziert mit Jodlern und später angezogenem Tempo. George Michaels „Freedom“ wird zu einem Cowboystück umgebaut, während Taylor Swifts „Shake It Off“ mit hämmerndem Piano und zuckenden Gitarren in Szene gesetzt wird. Brave behauptet dabei augenzwinkernd, die US-Sängerin persönlich getroffen zu haben – ein Verweis auf die Kunstfigur, der seinen Auftritten eine zusätzliche erzählerische Ebene gibt.

Im weiteren Verlauf des Abends tauchen Dick Brave and the Backbeats tiefer in die Vergangenheit ein und holen Elvis Presley musikalisch auf die Bühne. Versammelt um ein einziges Bühnenmikrofon, agieren sie deutlich leiser als im übrigen Programm, setzen jedoch auf Authentizität und Nähe. Titel wie „All Shook Up“ und „Teddy Bear“ werden so zum kompakten Rock’n’Roll-Block, der den historischen Kern des Projekts betont: eine stilisierte, aber handwerklich präzise Rückübersetzung moderner Popkultur in die Ästhetik der 1950er- und 1960er-Jahre.

Aufgelöste Short-Positionen befeuern Bitcoin-Anstieg über 80.000 Dollar

04.05.2026


Bitcoin hat am Montag seine jüngste Erholung fortgesetzt und erstmals seit Januar wieder die Marke von 80.000 US-Dollar überschritten. Am Morgen notierte die grösste Kryptowährung bei rund 80.466 Dollar und legte damit innerhalb von 24 Stunden um etwa 2,9 Prozent zu. Marktbeobachter verweisen auf ein spürbar freundlicheres Umfeld für risikoreichere Anlagen, das die Nachfrage nach digitalen Assets wie Bitcoin stützt.

Analyst Timo Emden führt den jüngsten Kurssprung insbesondere auf die allgemein höhere Risikobereitschaft der Investoren zurück. An den Aktienmärkten hatten zuletzt besser als erwartet ausgefallene Unternehmensgewinne im Technologiesektor für Rückenwind gesorgt. Parallel dazu hatte sich der asiatische Aktienindex von MSCI seinem Rekordhoch angenähert, das im Februar vor der Zuspitzung der geopolitischen Lage im Nahen Osten erreicht worden war. Diese Mischung habe laut Marktteilnehmern die Stimmung für wachstums- und technologieorientierte Anlagen aufgehellt – wovon auch Kryptowährungen profitieren.

Einen zusätzlichen Schub erhielt Bitcoin durch die Auflösung von Wetten auf fallende Kurse. Anleger, die auf sinkende Preise gesetzt hatten, sahen sich angesichts des anziehenden Marktes gezwungen, ihre Short-Positionen einzudecken. Diese Rückkäufe wirken wie zusätzliche Kauforders und können Aufwärtsbewegungen verstärken. Ein solcher Short-Squeeze habe die Dynamik nach oben deutlich erhöht, heisst es aus dem Marktumfeld.

Aus technischer Sicht könnte das Überschreiten der 80.000-Dollar-Marke weitere Bedeutung entfalten. Emden zufolge gilt diese Schwelle als wichtiger Widerstand, dessen Überwindung von vielen Marktteilnehmern als Befreiungsschlag wahrgenommen wird. Der Bruch eines derartigen Niveaus kann neue Käuferschichten anziehen, die auf eine Fortsetzung der Rally setzen. Ob sich der Aufwärtstrend verstetigt, dürfte jedoch davon abhängen, ob das freundlichere Sentiment an den globalen Finanzmärkten anhält und ob es zu erneuten Gewinnmitnahmen nach dem schnellen Anstieg kommt.