Iran-Krieg belastet Frankfurter Börse - Dax im Minus

11.03.2026


FRANKFURT (dpa-AFX/awp international) - Der deutsche Leitindex Dax hat am Freitag eine äußerst schwache Börsenwoche mit weiteren Verlusten abgeschlossen. Nach anfänglichen Erholungsversuchen im frühen Handel gab der Index am Nachmittag nach und stand im Minus. Die Anleger reagierten weiterhin nervös auf die Entwicklungen im Nahen Osten, wo der Iran-Krieg das beherrschende Thema bleibt.

Obwohl die Kampfkraft des Irans nach US-Einschätzungen erheblich geschwächt ist, weitet Teheran den Krieg in der Region weiter aus. Besondere Verunsicherung löste zuletzt der deutliche Anstieg der Ölpreise aus, nachdem Katar vor schwerwiegenden Folgen des Konflikts für Energielieferungen gewarnt hatte. Die daraus resultierenden Inflationsrisiken wurden jedoch durch schwache Arbeitsmarktdaten etwas relativiert.

Die Wochenbilanz des Dax fällt mit einem Minus von gut sechs bis sieben Prozent tiefrot aus. Einen höheren Verlust verzeichnete der Index zuletzt Anfang April, als US-Präsident Donald Trump die Finanzmärkte mit Zollankündigungen in Aufruhr versetzt hatte. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, wies auf die mit dem Militäreinsatz verbundenen Risiken hin: "Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des Militäreinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden."

Laut Kater haben sich zwei zentrale Risiken - die systematische Zerstörung von Ölförderanlagen und die langfristige Schließung der Straße von Hormus - in den ersten Tagen nach den Luftangriffen nicht materialisiert. Sollte die Deutung zutreffen, dass der Iran und seine Helfer zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, blieben die Auswirkungen auf Rohstoff- und Finanzmärkte weiter moderat. Derweil erholten sich im aktuellen Umfeld Aktien aus dem Rüstungssektor von ihrer jüngsten Talfahrt, da die Aussicht auf andauernde geopolitische Konflikte das Anlegerinteresse nährt.

Dankesbriefe als Trost: Was Organspende für Familien bedeutet

14.03.2026


In Deutschland ist die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr leicht gestiegen – der Bedarf bleibt jedoch deutlich höher. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden damit mehr als 3.000 Organe übertragen. Gleichzeitig stehen laut DSO rund 8.200 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten und warten oft vergeblich auf ein Spenderorgan.

Die DSO und die Landesärztekammer Hessen nehmen diese Diskrepanz zum Anlass, in einer Veranstaltung in Frankfurt die Wirkung von Organspenden sichtbar zu machen. Empfängerinnen und Empfänger schildern dort, wie Transplantationen ihr Leben verändert haben, Angehörige berichten, wie sie die Entscheidung zur Spende getroffen haben. Ziel ist es, die abstrakte Statistik mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden – und damit mehr Menschen zu motivieren, sich frühzeitig mit der eigenen Haltung zur Organspende zu beschäftigen und diese zu dokumentieren.

Ein Beispiel dafür ist Lea Jantschke. Ihre Mutter starb 2020 plötzlich an einem Hirnaneurysma, die Familie entschied sich zur Organspende. Ein Jahr später erhielt Jantschke den ersten Brief eines Empfängers der Niere ihrer Mutter. Der Kontakt erfolgt anonym, doch der emotionale Effekt ist für die Angehörigen groß. Der Brief sei für sie „wie ein kleiner Gruß“ von der Mutter gewesen, sagt die 27-Jährige. Das Schreiben habe ihrer Familie in der Trauerphase Halt gegeben, der Gedanke, die Mutter sei nun „ein Teil von dieser Familie“, habe sie besonders berührt.

Gleichzeitig macht die DSO deutlich, wie hoch der Druck auf Angehörige ist, wenn keine dokumentierte Entscheidung des Verstorbenen vorliegt. In den meisten Fällen hätten sich Betroffene zu Lebzeiten nicht mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt, erläutert die Stiftung. Dann müssen Angehörige in einer emotionalen Ausnahmesituation und unter Zeitdruck entscheiden – häufig mit dem Ergebnis, dass sie eine Spende ablehnen, weil der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt ist. Ärztliche Vertreter der DSO werben deshalb nachdrücklich dafür, den eigenen Standpunkt zur Organspende zu Lebzeiten festzuhalten, um sowohl Wartende auf ein Organ als auch die eigenen Angehörigen zu entlasten.