PORR AG verzeichnet Rekordjahr 2025 trotz schwierigem Marktumfeld

10.03.2026


Die PORR AG, einer der führenden Baukonzerne Österreichs, hat für das Geschäftsjahr 2025 vorläufige Zahlen vorgelegt, die ein historisch starkes Ergebnis zeigen. Trotz eines geopolitisch schwierigen Umfelds und einer sich nur langsam erholenden Baukonjunktur verzeichnete das Unternehmen in allen Kernbereichen signifikantes Wachstum. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 24 Prozent auf 197 Millionen Euro, während der Umsatz auf 6,3 Milliarden Euro wuchs. Die Produktionsleistung erreichte mit 6,8 Milliarden Euro ein Rekordniveau, wie das Unternehmen in Wien mitteilte.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Auftragsbestands, der per 31. Dezember 2025 um 11,7 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro gestiegen ist und damit deutlich über dem Wert einer Jahresleistung liegt. Die Auftragseingänge erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 14,1 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Großprojekte aus dem Segment Infrastruktur International sowie aus Rumänien, Polen und Tschechien trugen maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Der Tiefbau- und Infrastrukturbereich erwies sich als wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung.

Ein weiterer Erfolg für das Unternehmen war der Aufstieg in den Austrian Traded Index (ATX), der die 20 größten und liquidesten Unternehmen Österreichs umfasst. Dieser Schritt erfolgte nach einer ausgezeichneten Kursentwicklung, bei der sich der Aktienkurs der PORR in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelte. Zudem vervierfachte sich das Handelsvolumen der Aktie an der Wiener Börse. PORR-CEO Karl-Heinz Strauss zeigte sich erfreut über diese Entwicklung und betonte, dass die Erfolge in der Bauwirtschaft auch am Kapitalmarkt honoriert würden.

Die starke Performance basiert zu 98,4 Prozent auf den sieben Heimmärkten des Unternehmens: Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowakei und Rumänien. Österreich bleibt dabei der größte Heimmarkt. Analysten der Montega AG haben die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 46 Euro bewertet, da das operative Ergebnis die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Die vorläufigen Zahlen bilden eine solide Basis für das kommende Jahr, wie das Unternehmen betont.

Dankesbriefe als Trost: Was Organspende für Familien bedeutet

14.03.2026


In Deutschland ist die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr leicht gestiegen – der Bedarf bleibt jedoch deutlich höher. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden damit mehr als 3.000 Organe übertragen. Gleichzeitig stehen laut DSO rund 8.200 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten und warten oft vergeblich auf ein Spenderorgan.

Die DSO und die Landesärztekammer Hessen nehmen diese Diskrepanz zum Anlass, in einer Veranstaltung in Frankfurt die Wirkung von Organspenden sichtbar zu machen. Empfängerinnen und Empfänger schildern dort, wie Transplantationen ihr Leben verändert haben, Angehörige berichten, wie sie die Entscheidung zur Spende getroffen haben. Ziel ist es, die abstrakte Statistik mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden – und damit mehr Menschen zu motivieren, sich frühzeitig mit der eigenen Haltung zur Organspende zu beschäftigen und diese zu dokumentieren.

Ein Beispiel dafür ist Lea Jantschke. Ihre Mutter starb 2020 plötzlich an einem Hirnaneurysma, die Familie entschied sich zur Organspende. Ein Jahr später erhielt Jantschke den ersten Brief eines Empfängers der Niere ihrer Mutter. Der Kontakt erfolgt anonym, doch der emotionale Effekt ist für die Angehörigen groß. Der Brief sei für sie „wie ein kleiner Gruß“ von der Mutter gewesen, sagt die 27-Jährige. Das Schreiben habe ihrer Familie in der Trauerphase Halt gegeben, der Gedanke, die Mutter sei nun „ein Teil von dieser Familie“, habe sie besonders berührt.

Gleichzeitig macht die DSO deutlich, wie hoch der Druck auf Angehörige ist, wenn keine dokumentierte Entscheidung des Verstorbenen vorliegt. In den meisten Fällen hätten sich Betroffene zu Lebzeiten nicht mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt, erläutert die Stiftung. Dann müssen Angehörige in einer emotionalen Ausnahmesituation und unter Zeitdruck entscheiden – häufig mit dem Ergebnis, dass sie eine Spende ablehnen, weil der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt ist. Ärztliche Vertreter der DSO werben deshalb nachdrücklich dafür, den eigenen Standpunkt zur Organspende zu Lebzeiten festzuhalten, um sowohl Wartende auf ein Organ als auch die eigenen Angehörigen zu entlasten.