Quadratmeterpreise divergieren: Österreich im Schnitt rückläufig, OÖ legt zu

08.10.2026


Der österreichische Markt für Eigentumswohnungen hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich von den schwächeren Vorjahren erholt. Laut aktuellem REMAX-ImmoSpiegel wurden von Jänner bis Juni österreichweit 24.106 Wohnungen für neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen – ein Plus von 25,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Damit liegen die Transaktionen erstmals seit 2022 wieder über dem Zehnjahresschnitt und nur noch 8,2 Prozent unter dem Rekordniveau von damals.

Mit der steigenden Zahl an Verkäufen kletterte auch der Gesamtwert der Transaktionen: Bundesweit erhöhten sich die verbücherten Volumina um 26,9 Prozent von 5,59 auf 7,09 Milliarden Euro. In Niederösterreich legte der Umsatz sogar um 41,7 Prozent auf 673 Millionen Euro zu. Dort wechselten im ersten Halbjahr 2.999 Wohnungen den Eigentümer, um 39,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nur das Burgenland verbuchte im Bundesländervergleich einen noch stärkeren prozentuellen Zuwachs.

Preislich zeigt sich ein differenziertes Bild. Österreichweit stieg der typische Kaufpreis laut REMAX nur moderat um 1,6 Prozent von 263.639 auf 267.839 Euro. Die angebotenen Wohnungen wurden im Schnitt größer, wodurch der durchschnittliche Quadratmeterpreis sogar um 1,5 Prozent auf 4.234 Euro sank. In Oberösterreich und Niederösterreich verlief die Entwicklung anders: In Oberösterreich stieg der Quadratmeterpreis auf durchschnittlich 3.699 Euro und damit um knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Niederösterreich erhöhte sich der durchschnittliche Wohnungspreis um 2,6 Prozent auf 213.112 Euro. Innerhalb des Bundeslands reicht die Spanne von rund 269.700 Euro im Bezirk Mödling bis zu knapp 86.900 Euro im Bezirk Gmünd.

Parallel zur Markterholung schlägt die Branche bei der Angebotsseite Alarm. Der Anteil neuer oder generalsanierter Eigentumswohnungen von Bauträgern ist österreichweit weiter rückläufig und sank laut ImmoSpiegel auf 23,4 Prozent aller Verkäufe; im Jahr 2021 hatte dieser Wert noch bei 37,7 Prozent gelegen, 2023 bei rund einem Drittel. Marktbeobachter sehen darin eine Entwicklung mit potenziellen Spannungsfeldern: Während die derzeit nur moderat steigenden Preise – bei inflationsgebundenen Einkommen – die reale Leistbarkeit verbessern und die Nachfrage ankurbeln, könnte das nachlassende Neubauvolumen mittelfristig das Angebot verknappen und erneuten Preisdruck auslösen.

Deutsche Bischöfe beenden Beratungen zu Demokratie, Missbrauchsaufarbeitung und Laienbeteiligung

08.10.2026


Mit einem Gottesdienst und einer Abschlusspressekonferenz endet an diesem Donnerstag in Fulda die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Unter der Leitung ihres neuen Vorsitzenden, des Münsteraner Bischofs Heiner Wilmer, haben die katholischen Bischöfe seit Montag eine Vielzahl gesellschafts- und kirchenpolitischer Themen beraten. Auf der Agenda standen Fragen der demokratischen Kultur in Deutschland, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, ethische Konfliktfelder wie Leihmutterschaft sowie der Umgang mit neuer Technologie wie Künstlicher Intelligenz. Hinzu kamen innerkirchliche Schwerpunkte wie die Entwicklung der Erwachsenentaufen, die Mitwirkung von Laien und der Einsatz in sozialen Medien.

Deutlich positionierten sich die Bischöfe zum politischen Klima im Land. Wilmer warnte mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt vor einem „Paradigmenwechsel“. Die Partei stelle die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens infrage und wolle „ein anderes Deutschland“, sagte der Vorsitzende zum Abschluss der Beratungen. Besonders kritisch sehen die Bischöfe, dass einige Positionen der AfD aus ihrer Sicht mit dem christlichen Glauben und dem zugrunde liegenden Gottes- und Menschenbild nicht vereinbar seien.

Der DBK-Vorsitzende stellte sich demonstrativ hinter den Magdeburger Bischof Gerhard Feige und das Bistum Magdeburg, vor allem mit Blick auf Spekulationen über mögliche Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, ob etwa der Einzug der Kirchensteuer zur Disposition stehen könnte. Die Kirche müsse „mit allem rechnen“ und stelle sich so auf, „dass wenn große Erschütterungen kommen sollten, wir gewappnet sind“, betonte Wilmer. Es dürfe nicht sein, dass ein Bistum durch politische Weichenstellungen im Nachteil sei.

Die Bischöfe sehen sich zugleich mit einem Stimmungsumschwung in Teilen ihrer eigenen Basis konfrontiert. Nach Aussage Wilm ers ist es „erschreckend“, wenn rund 30 Prozent der Katholikinnen und Katholiken in Ostdeutschland die AfD wählen, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Als Antwort auf wachsenden Antisemitismus und gesellschaftliche Polarisierung verweist die Bischofskonferenz auf die jüdisch-christliche Tradition, auf Menschenwürde und Solidarität. Auftrag der Kirche sei es, mit den Menschen zu reden, ihnen zuzuhören und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Neben der politischen Lage blieb die Kirche bei der Vollversammlung auch mit eigenen Reform- und Krisenthemen befasst. Die Bischöfe berieten über weitere Schritte bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und diskutierten, wie Laien stärker an Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Zudem rückten neue Handlungsfelder in den Blick: Die wachsende Bedeutung von Social Media und der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Pastoral und Verwaltung werfen für die Kirche Fragen nach Verantwortung, Transparenz und ethischen Leitplanken auf. Die Beschlüsse und Leitlinien der Konferenz sollen in den kommenden Monaten in den Diözesen konkretisiert werden.