Trotz Konjunkturflaute: Dax-Unternehmen stellen neuen Dividendenrekord auf

05.04.2026


Die 40 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax steuern laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY auf einen neuen Dividendenrekord zu. Für das vergangene Geschäftsjahr werden demnach voraussichtlich rund 55,3 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet – ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 52,2 Milliarden Euro. Damit erreichen die Ausschüttungen trotz der anhaltenden Konjunkturflaute in Deutschland ein neues Allzeithoch.

Wie aus der Auswertung von Geschäftsberichten, Pressemitteilungen und Einladungen zu Hauptversammlungen hervorgeht, erhöhen 25 Dax-Konzerne ihre Dividenden, bei zehn sinken die Zahlungen. Viele Unternehmen hätten sehr gute Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Davon profitieren insbesondere Anleger, die Dividenden als laufendes Zusatzeinkommen nutzen. In Deutschland werden die Ausschüttungen üblicherweise einmal im Jahr nach den Hauptversammlungen im Frühjahr gezahlt; die dort noch ausstehenden Beschlüsse gelten bei den meisten Konzernen als Formsache.

Dividendenstärkster Titel bleibt die Allianz mit einer geplanten Ausschüttungssumme von 6,5 Milliarden Euro. Dahinter folgen die Deutsche Telekom mit 4,8 Milliarden Euro und Siemens mit 4,2 Milliarden Euro. Ebenfalls in der Spitzengruppe liegen Mercedes-Benz, der Rückversicherer Munich Re und der Softwarekonzern SAP. Besonders dynamisch steigen die Dividenden beim Triebwerkbauer MTU Aero Engines (plus 64 Prozent), der Deutschen Bank (plus 44 Prozent) und der Commerzbank (plus 61 Prozent), die sich gegen eine Übernahme durch die italienische Bank Unicredit wehrt.

Nicht alle Branchen können vom aktuellen Dividendentrend profitieren. Vor allem die schwächelnde Autoindustrie reduziert ihre Ausschüttungen deutlich: Mercedes-Benz senkt die Dividendensumme EY zufolge um 19 Prozent, bei der Porsche Automobil Holding steht ein Minus von 21 Prozent. Insgesamt spiegelt sich in den Zahlen, dass viele Dax-Konzerne einen Großteil ihres Umsatzes im Ausland erzielen und damit weniger stark von der Schwäche der deutschen Binnenkonjunktur betroffen sind. Branchen wie Banken und Versicherungen verbuchten zuletzt Rekordergebnisse – und geben diese nun in Form höherer Dividenden an ihre Anteilseigner weiter.

Von Wahlplakaten bis tödlicher Gewalt: Bandbreite politischer Delikte im Südwesten wächst

05.04.2026


In Baden-Württemberg ist die Zahl politisch motivierter Gewaltdelikte im Jahr 2025 deutlich in die Höhe geschnellt. Die Polizei registrierte landesweit 298 entsprechende Taten, wie das Innenministerium nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von 41,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung zieht sich nach Behördenangaben durch nahezu alle Phänomenbereiche – von Straftaten aus dem rechten oder linken Spektrum bis hin zu Taten, die aus religiösen oder ausländischen Ideologien heraus begangen werden.

Auch insgesamt haben politisch motivierte Straftaten im Südwesten zugenommen. Die Zahl der registrierten Fälle stieg 2025 um 4,2 Prozent von 6.526 auf 6.801. Das Spektrum reicht von abgerissenen oder zerstörten Wahlplakaten über Anfeindungen, Ausgrenzungen und Beleidigungen bis hin zu schwerster und tödlicher Gewalt. Unter den erfassten Taten finden sich auch terroristische Anschläge. Das Innenministerium spricht vor diesem Hintergrund von einem immer rauer werdenden gesellschaftlichen Klima.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) wertet den Trend als Belastungsprobe für die demokratische Ordnung. „Das gesellschaftliche Klima wird rauer. Jeder Akt der Gewalt ist ein Angriff auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung“, sagte er der dpa. Gewalt dürfe kein Mittel politischer Auseinandersetzung sein. Man trete in Baden-Württemberg verfassungsfeindlichen Bestrebungen „gleich welcher Couleur“ mit geballten Kräften entgegen; Hass, Hetze und Gewalt würden nicht geduldet, sondern entschieden und konsequent verfolgt.

Als politisch motivierte Kriminalität wertet das Land ein breites Feld von Vorfällen: Dazu zählen etwa Attacken auf Polizisten bei Demonstrationen zum Nahost-Konflikt, illegale Straßenblockaden von Klimaaktivisten oder der Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm im September 2025. Nach Ministeriumsangaben entfällt der stärkste Anstieg innerhalb der Gewaltdelikte auf Taten, die auf einer religiösen oder ausländischen Ideologie beruhen. Die Sicherheitsbehörden sehen sich damit zunehmend gefordert, auf ein ausdifferenziertes und dynamisches Bedrohungsbild zu reagieren.