Das spanische Fintech Bcas expandiert nach Deutschland und will 2027 150 Millionen Euro für Studierende finanzieren

06.10.2026
  • Nach der Übernahme des deutschen Fintechs Lendorse wird Bcas zur einzigen europäischen Plattform mit aktivem Income-Share-Agreement-Geschäft in Spanien und Deutschland.
  • Bcas will 2027 mehr als 150 Millionen Euro finanzieren und 30.000 Studierende erreichen. Für 2026 erwartet das Unternehmen bereits mehr als 11.000 finanzierte Studierende.

FRANKFURT AM MAIN, Deutschland, 6. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Bcas, das spanische Fintech für Bildungsfinanzierung, übernimmt das deutsche Unternehmen Lendorse und startet damit seine Expansion in Deutschland. Ziel ist es, das in Spanien etablierte Modell der einkommensabhängigen Bildungsfinanzierung auf den deutschen Markt zu übertragen und Deutschland zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte des Unternehmens zu entwickeln.

Personen auf dem Foto, von links nach rechts: Bosco González del Valle, Co-CEO und Mitgründer von Bcas; Bjoern Wolf, CEO und Mitgründer von Lendorse; Hannah Sharpe, COO und Mitgründerin von Lendorse; Javier Ausín, Co-CEO und Mitgründer von Bcas.

Mit der Übernahme wird Bcas zur einzigen europäischen Plattform mit aktivem Income-Share-Agreement-Geschäft (ISA) in Spanien und Deutschland. Lendorse ist auf die Strukturierung und Vermittlung von ISAs spezialisiert und verfügt insbesondere über Erfahrung bei der Finanzierung internationaler Studierender an deutschen Hochschulen. Dieses Markt- und Regulierungswissen wird nun mit der Technologie und Finanzierungskapazität von Bcas verbunden.

„Deutschland ist der nächste logische Schritt: Es ist der größte Markt für berufliche Bildung in Europa, und deutsche Studierende haben genau dasselbe Problem beim Zugang zu Finanzierung, vor dem spanische Studierende vor fünf Jahren standen. Lendorse gibt uns den nötigen Ausgangspunkt, um mit echtem Markt-Know-how einzusteigen und nicht bei null zu beginnen", sagt Bosco González del Valle, Co-CEO und Mitgründer von Bcas.

Bcas plant, sein Finanzierungsvolumen 2027 gegenüber 2026 mehr als zu vervierfachen und auf über 150 Millionen Euro zu steigern. Gleichzeitig soll die Zahl der neu finanzierten Studierenden auf 30.000 wachsen. Für 2026 erwartet das Unternehmen mehr als 11.000 finanzierte Studierende und ein Finanzierungsvolumen von über 40 Millionen Euro.

Das Wachstum stützt sich auf ein Netzwerk von mehr als 100 Bildungs- und Ausbildungspartnern, die eigene Technologie von Bcas, die Unterstützung des Europäischen Investitionsfonds (EIF) sowie eine Kreditlinie von MyInvestor. Hinzu kommen das Netzwerk und die Marktkenntnis von Lendorse in Deutschland. Die Lendorse-Mitgründer Bjoern Christian Wolf und Hannah Sharpe werden Teil des Bcas-Teams und den Aufbau des Deutschlandgeschäfts weiter begleiten.

Income Share Agreements ermöglichen es Studierenden, ihre Ausbildung zu finanzieren, ohne zunächst Zahlungen leisten zu müssen. Die Rückzahlung beginnt erst nach dem Berufseinstieg und dem Erreichen eines bestimmten Einkommensniveaus.

„Wir haben in Spanien gezeigt, dass das Modell skalierbar und profitabel ist. Jetzt bringen wir es in einen Markt, der es genauso sehr, wenn nicht sogar noch stärker benötigt. Die Übernahme von Lendorse ist nicht nur eine geografische Expansion, sondern eine Beschleunigung des gesamten Bcas-Projekts", erklärt Javier Ausín, Co-CEO und Mitgründer von Bcas.

Über Bcas

Bcas wurde 2019 von Bosco González del Valle und Javier Ausín gegründet und ist auf die Finanzierung privater Aus- und Weiterbildung spezialisiert. Das Unternehmen bietet Income Share Agreements sowie Ratenfinanzierungen an und arbeitet mit mehr als 100 Bildungspartnern zusammen.

CONTACT: rebeca@socialnius.com 

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Notstrom statt Normalbetrieb: Brand in Berlin-Marzahn zwingt Unternehmen zur Übergangslösung

08.10.2026

Ein nächtlicher Brand unter einer Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Marzahn hat zentrale Leitungen des städtischen Stromnetzes beschädigt und Ermittlungen wegen Brandstiftung ausgelöst. Nach Angaben der Polizei brannten in den frühen Morgenstunden unter einer Brücke an der Boxberger Straße Altreifen und Gerümpel. Ob das Feuer gezielt gelegt wurde, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Brandort Spuren, um Hinweise auf die Ursache und mögliche Täter zu gewinnen.

Die Feuerwehr war gegen 4.00 Uhr alarmiert worden und ging zunächst von einem kleineren Einsatz aus. Erst vor Ort zeigte sich, dass die Flammen auf unter der Brücke verlegte Stromleitungen übergegriffen hatten. Ein großflächiger Stromausfall blieb nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zwar aus, die Leitungen wurden jedoch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Teile der lokalen Versorgung umgestellt werden mussten.

Nach Angaben von Henrik Beuster, Sprecher von Stromnetz Berlin, mussten 19 gewerbliche Kunden vorübergehend vom regulären Netz getrennt werden. Seit etwa 9.00 Uhr würden sie über ein Notstromaggregat versorgt, sagte Beuster. Betroffen seien zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt. Reparaturarbeiten an den beschädigten Trassen seien im Gange, konkrete Angaben zur Dauer der Instandsetzung lagen zunächst nicht vor.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält einen bloßen Zufall für unwahrscheinlich und spricht von einem möglichen gezielten Angriff auf die Infrastruktur. Die Ermittlungen zur schweren Brandstiftung liefen zwar ergebnisoffen in alle Richtungen, betonte die GdP zugleich. In der Vergangenheit war es in Berlin wiederholt zu Angriffen auf Stromtrassen gekommen, die teils umfangreiche Stromausfälle nach sich zogen und nach damaligen Erkenntnissen linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet wurden. Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob und wie der jüngste Brand in Marzahn in ein solches Muster einzuordnen ist.