RICHTUNGSWEISENDES URTEIL: BIRKENSTOCK GEWINNT URHEBERRECHTSSTREIT GEGEN LIDL - NIEDERLÄNDISCHES GERICHT ERLÄSST UNTERLASSUNGSVERFÜGUNG

24.09.2026

LINZ AM RHEIN, Deutschland, 24. September 2026 /PRNewswire/ -- DAS BEZIRKSGERICHT VON GELDERLAND MIT SITZ IN ARNHEM, NIEDERLANDE, HAT HEUTE IN EINEM WEGWEISENDEN URHEBERRECHTSVERFAHREN ÜBER NACHAHMUNGEN (LOOKALIKES) DER SANDALEN-KLASSIKER VON BIRKENSTOCK ZUGUNSTEN DES TRADITIONSUNTERNEHMENS ENTSCHIEDEN UND LIDL ZUR UNTERLASSUNG VERURTEILT.

BIRKENSTOCK

Gemäß dem Urteil ist es Lidl untersagt, nicht autorisierte Kopien der ikonischen BIRKENSTOCK-Modelle „Arizona", „Madrid", „Gizeh", „Boston" und „Florida" zu verkaufen. Es stellte fest, dass alle streitgegenständlichen Sandalen von Lidl das Urheberrecht am Fußbett der BIRKENSTOCK-Sandalen verletzen.

Das Gericht hat folgende Anordnungen getroffen:

  • Lidl muss den Verkauf aller rechtsverletzenden Sandalen in den Niederlanden einstellen, andernfalls wird ein Ordnungsgeld von 5.000 € verhängt;
  • Lidl muss eine detaillierte Aufstellung vorlegen, aus der die Verkaufszahlen und Bestellungen der betreffenden Nachahmungen hervorgehen;
  • Lidl muss BIRKENSTOCK den entstandenen Schaden ersetzen, wobei die Höhe des Schadensersatzes in einem gesonderten Verfahren festgesetzt wird; und
  • Lidl muss BIRKENSTOCK die Prozesskosten erstatten, deren Höhe ebenfalls in einem gesonderten Verfahren festgesetzt wird.

Dies ist bereits das zweite Mal, dass ein niederländisches Gericht zu einer anderen Schlussfolgerung gelangt als der Bundesgerichtshof (BGH), der im vergangenen Jahr den urheberrechtlichen Schutz für BIRKENSTOCK-Sandalen verneint hatte.

Am 12. November 2025 verurteilte das Bezirksgericht Midden-Nederland den Schuhhändler Scapino dazu, den Verkauf einiger BIRKENSTOCK-Nachahmungen einzustellen. Gegen dieses Urteil wurde Berufung eingelegt.

Kurz darauf, am 4. Dezember 2025, bestätigte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in seinem Urteil in den Rechtssachen „Mio" und „konektra", dass Produkte des gewerblichen Designs, wie beispielsweise die ikonischen BIRKENSTOCK-Sandalen, urheberrechtlichen Schutz genießen können, wenn sie Ausdruck der eigenen geistigen Schöpfung des Urhebers sind und freie und kreative Entscheidungen widerspiegeln.

Das heutige Urteil des Gerichts in Arnheim ist eine Entscheidung in erster Instanz und kann noch angefochten werden. BIRKENSTOCK wird seine Rechte weiterhin energisch verteidigen und alle verfügbaren rechtlichen Mittel einsetzen, um Nachahmungen seiner ikonischen Produkte zu bekämpfen.

Zum Schutz seiner Handelspartner und Verbraucher wird BIRKENSTOCK weiterhin entschlossen gegen Nachahmer vorgehen, die versuchen, von den kreativen Ideen und Innovationen des Unternehmens zu profitieren.

ÜBER BIRKENSTOCK

BIRKENSTOCK ist eine globale universale Marke, die sich gleichermaßen an alle Konsumenten unabhängig von geografischem Standort, Geschlecht, Alter und Einkommen wendet und einem klaren Purpose verpflichtet ist – dem Erhalt der Fußgesundheit. Tief verwurzelt in der Erforschung der Biomechanik des menschlichen Fußes und getragen von einer Familientradition in der Schuhmacherei, die sich bis ins Jahr 1774 zurückverfolgen lässt, ist BIRKENSTOCK eine zeitlose „Super Brand" mit einer kategorieübergreifenden Produkt- und Markenwelt, die von Einstiegs- bis Luxuspreislagen reicht und dem wachsenden Bedürfnis nach einer bewussten und aktiven Lebensgestaltung Rechnung trägt. Funktion, Qualität und Tradition sind die Kernwerte einer Lifestyle-Marke, die ihre Produkte in den Segmenten Schuhe, Schlafsysteme und Naturkosmetik definieren. BIRKENSTOCK ist der Erfinder des Fußbetts und hat das Prinzip des naturgewollten Gehens geprägt.

Mit weltweit rund 7.200 Mitarbeitern ist BIRKENSTOCK überzeugt, dass die Art und Weise, wie Dinge hergestellt werden, genauso wichtig ist wie das Produkt selbst. Um diese Qualitätsstandards zu gewährleisten, betreibt die Gruppe eine vertikal integrierte Fertigung und produziert alle Fußbetten in Deutschland. Darüber hinaus montiert BIRKENSTOCK über 95 % der Produkte in Deutschland und bezieht über 90 % der Materialien und Komponenten aus Europa. Die Rohstoffe werden nach den höchsten Umwelt- und Sozialstandards der Branche verarbeitet. Für die Materialprüfung verfügt das Unternehmen über hochmoderne wissenschaftliche Labore.

Mit Hauptsitz in Linz am Rhein, betreibt die BIRKENSTOCK Group Vertriebsniederlassungen in den Vereinigten Staaten und Kanada sowie in Brasilien, Japan, Südkorea, Dänemark, Polen, Schweiz, Schweden, Spanien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Dubai, Singapur, Indien, China und Australien.

Birkenstock Group B.V. & Co. KG

Burg Ockenfels, Linz am Rhein, Germany

Weitere Informationen unter www.birkenstock-group.com 

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Bundespräsident: Misstrauen in politische Ordnung wächst deutlich

08.10.2026

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen für eine eindringliche Warnung vor der Gefährdung der Demokratie genutzt. In seiner voraussichtlich letzten großen Rede zu diesem Anlass sprach er von einer angefochtenen demokratischen Ordnung und mahnte, radikale Kräfte entschieden abzuwehren. Angesichts wachsender Erfolge populistischer und extremistischer Parteien sieht Steinmeier nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die innere Einheit des Landes unter Druck.

Steinmeier verwies darauf, dass inzwischen „ein Viertel und mehr“ der Wähler mit ihrer Entscheidung deutlich machten, dass sie sich von wichtigen Grundentscheidungen der Bundesrepublik abwenden. Diese Entwicklung werde begleitet von „unerträglicher politischer Demagogie“, in der Menschen verhöhnt und bedroht würden. Die Diskreditierung demokratischer Verfahren, die Radikalisierung der Öffentlichkeit und die Diffamierung des Kompromisses seien Warnsignale, die man nicht ignorieren dürfe. Populistische Parteien aller Couleur destabilisierten die parlamentarische Demokratie, sagte er.

Deutliche Kritik übte der Bundespräsident an der Rolle der sozialen Medien. Eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ trage zur „schrillen Emotionalisierung“ des politischen Diskurses bei und befeuere extremistische Tendenzen. Steinmeier forderte, die demokratische Streitkultur zu verteidigen und den Kompromiss wieder als Stärke zu begreifen. Ob die Demokratie in Deutschland einer Entwicklung ähnlich der Weimarer Republik entgegengehe, sei nicht entschieden – man habe es „in der Hand“.

Zugleich erinnerte Steinmeier an die historischen Grundlagen des Feiertags. Vor 36 Jahren sei mit der deutschen Wiedervereinigung eine „tiefe Wunde“ geheilt worden, die das Land zuvor über Jahrzehnte in einem „unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung“ gehalten habe. Der Tag der Deutschen Einheit sei Anlass, die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland und ihre Protagonisten im Gedächtnis zu behalten. Die Errungenschaften der Einheit dürften von aktuellen Krisen nicht überdeckt werden, mahnte Steinmeier, und rief die Bürger dazu auf, sich aktiv für die liberale Demokratie einzusetzen. Er zeigte sich überzeugt, dass diese den aktuellen Belastungen standhalten könne: „Wir sind so viel stärker, als wir glauben.“